Werkschau: RIOT


Hallo Freunde draußen an den Radiogeräten, ich begrüße euch zur ersten Ausgabe eines neuen Formats, das allerdings schon länger geplant war, der Werkschau nämlich.

Riot wurde 1975 in New York City von Gitarrist Mark Reale und Schlagzeuger Peter Bitelli gegründet, die bereits seit ihrer Kindheit befreundet waren.

Hinzu kamen der Bassist Phil Feit und Guy Speranza am Gesang. Gemeinsam nahmen sie ein paar Demos auf, die das Interesse des Indie Labels Fire Sign Records auf sich zogen. Für das erste Demo hatten sie noch den Keyboarder Steve Costelleo, der aber schnell gegen den Gitarristen Louis Kouvaris ausgetauscht wurde.

Bassist Feit war ebenfalls nicht lange dabei und gegen Jimmy Iommi ausgetauscht und jetzt war man bereits für das erste Album Rock City. Auf dieser Scheibe sind dann auch noch die Spuren von beiden Bassisten zu hören, vor allem auch, weil man keine Zeit hatte, bereits vorhandene Tracks neu einzuspielen. Innerhalb von drei Monaten war das Debüt dann im Kasten. Es steht zwar überall zu lesen, dass es 1977 herauskam, aber in Wahrheit war es bereits 1976 erschienen und mit ihm war auch erstmals das Bandmaskottchen Tior zu sehen, eine Mischung aus Seehund und Mensch, zumindest war der Kopf auf dem Menschenrumpf der eines Seehunds.

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(Rock City)

Das Debüt ist schlichtweg großartig und eines der ersten echten Heavy Metal Alben aus Amerika. Das erste hatten 1973 Montrose herausgebracht – dazu gibt es bereits eine Sendung über den amerikanischen Heavy Metal der 70er Jahre – allerdings ohne Riot, obwohl ich die durchaus hätte erwähnen müssen, aber ich hatte da einen anderen Schwerpunkt.
Amerika war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht bereits für eine Band wie Riot – was auch einer der Gründe dafür gewesen sein mag, dass Montrose ab ihrem zweiten Album wesentlich abgeflachter auftraten. Die Plattenfirma wollte zum Schluss noch so etwas wie eine radiotaugliche Hitsingle von der Band haben und bekam das auch im Sinne von “This is what I get”, aber das wurde am Ende dann eben doch kein Hit.

Riot hatten von Beginn an ein Problem: sie waren ihrer Zeit um viele Jahre voraus, nicht nur in Amerika, sondern quasi überall. In England würde man so einen Sound erst vier Jahre später zu hören bekommen, und so konnte auch die hart rockende Jugend derzeit nichts mit Riot anfangen. Bis ein Radio-DJ in San Antonio die Platte in die Hände bekam, der bekannt dafür war, Bands ein weiteres Spektrum zu verleihen. Radios hatten damals eine ungeheure Macht, wie ich ja schon oft erwähnt habe. Durch Joe Anthony bekam die Band also Gelegenheit, im Süden eine kleine Tour zu starten, während der die Band beschloss, sich von Louie Kouvaris zu trennen, ohne ihm Gründe hierfür zu nennen. Ersetzt wurde er durch den Roadie der Band, Rick Ventura, der in diesem Jahr sein Debüt mit Riot Act vorgelegt hat, um dem alten Sound der 70er wieder zu huldigen. Eigentlich gibt es also mit Riot V und Riot Act jetzt zwei Bands, die sich auf das alte Erbe besinnen. Mit Ventura nahmen sie dann ihr zweites Album Narita auf, ein noch besseres Album als Rock City. Klasse Songwriting, großartige Solos. Auch Guy Speranza zeigt hier, warum er zu den besten Sängern seiner Zunft gehörte. Über Narita hatte ich schon einmal ausführlich gesprochen. jedoch noch nicht im Podcast, vielleicht hole ich das noch nach.

1979 brach in Großbritannien dann die NWOBHM los und der einflussreiche DJ Neal Kay wurde auf die Band aufmerksam, der sie in Großbritannien bekannt machte, wo die Fans importierte Exemplare von Rock City kauften.

(Narita)

In der Zwischenzeit war die Band bei Capital Records gelandet, weil die Plattenfirma eine Vorgruppe für Sammy Hagar suchte, und nachdem die erfolgreich über die Bühne gegangen war, bot Capital der Band einen weltweiten Vertrag an, ließ die Band allerdings fallen, als sie mit der Promotion von Hagar fertig waren.

Dann schmiss die Band – wieder ohne irgendeine Erklärung – Schlagzeuger Peter Bitelli raus. Für ihn kam Sandy Slavin hinter die Kessel, und weil man schon mal dabei war, ersetzte man auch noch den Bassisten Jimmy Iommi durch Kip Leming. Es gibt Vermutungen, dass hinter diesen plötzlichen Entscheidungen ihr undurchsichtiges Management stand, von dem man nie so recht wusste, wer eigentlich ganz genau dahinter stand, weil sie eigentlich ein ganzes Network an Managern hatten.

Irgendwie schien bei Riot von Beginn an irgendwie der Wurm drin zu sein. Man spielte als Vorgruppe von AC/DC und Molly Hatchett und stand 1979 doch kurz vor der Auflösung.

Arnell und Loeb hießen zum Beispiel zwei der Manager, die Narita bei so vielen Radiosendern wie möglich unterbrachten. Damit steigerten sie den Bekanntheitsgrad von Riot noch einmal, bis Capitol einwilligte, doch noch ein Album mit der Band aufzunehmen. Das führet zu Riots meistverkauftem Album “Fire Down Under”, ein wirklicher Meilenstein im Katalog der Band und eines der besten HM-Alben aller Zeiten. Tior haben wir diesmal in Großaufnahme im Bild, während hinter ihm alles in Flammen steht.

(Fire Down Under)

Vorher aber lehnte Capitol die Platte mit der Begründung ab, sie sei “kommerziell inakzeptabel”, was die Band in eine vertragliche Zwickmühle brachte, weil Capitol sich weigerte, die Band aus dem Vertrag zu entlassen. Am Ende einigte sich Elektra Records mit Capitol und veröffentlichte das Album, das sich dann auch in den Billboard-Charts platzierte.
1981 zeigten Riot den Briten, was eine richtige Harke ist, denn kaum ein Album der New Wave war derart stürmisch veranlagt.

Irgendwie hatten Riot stets das Zeitproblem. Sie kamen auf, als der Punk gerade in Mode kam und waren deshalb allein schon fehl am Platz, und als der Heavy Metal durchstartete, waren sie schon wieder auf einem anderen Level als ihre Kollegen, weil sie im Gegensatz zu ihnen ja schon ein paar Jährchen Erfahrung auf dem Buckel hatten.

Das merkte auch Guy Speranza. Trotz der massiven Unterstützung ihrer Fans, wollten die Labels nichts von ihnen wissen und alles, was die Band anging, war eine einzige Schleiferei, die nirgendwo hin führte. Die Band arbeitete hart, bekam aber kaum Geld. Im Grunde kamen sie nicht vom Fleck, auch wenn man das musikalisch überhaupt nicht merkte. Guy war es leid und verließ die Band. Etwas unglücklich war freilich der Zeitpunkt, weil Riot gerade mit Rush auf ihrer Moving Pictures-Tour unterwegs waren, als die Entscheidung fiel.

Zunächst mal war es natürlich eine Tragödie, diese für Riot prägnante Stimme zu verlieren. Wenn es um Ersatz für den Sängerposten ging, sind schon andere Bands gescheitert, aber Riot fand Rhett Forester, der zwar ein völlig andere Typ als Guy war, aber seine Sache dennoch gut machte, wie man auf dem Album “Restless Breed” von 1982 hören kann.

(Hard Lovin’ Man)

Forester brachte durch seinen anderen Gesangsstil auch einen anderen Sound in die Band, der aber dennoch einen vom 70er Jahre Hard Rock beeinflussten Heavy Metal repräsentierte. Erst mit dem 1983 erschienenen “Born im America” schienen Riot in den 80er Jahren angekommen zu sein und es gab auch ein Musikvideo zum Titeltrack, bei dem es primär um die Ablehnung jeglicher Autorität geht, wie sie später dann Twisted Sister oder auch Ronnie James Dio an den Tag legten.

Mittelpunkt ist natürlich ein problematisches Elternhaus und die Schule, wo alle Lehrer gefesselt werden und die Kids Zigaretten rauchen, Heavy Metal hören und eine Flagge mit Tior hissen. Zum Schluss reißt sich Rhett Forester das Gesicht herunter und ist in Wirklichkeit das Bandmaskottchen selbst. Das ganze Video natürlich im unnachahmlichen Stil der 80er.

(Born in America)

“Born in America” wurde von Steve Loeb, einem der Manager, selbst finanziert und bei Quality Records, einem unabhängigen kanadischen Label, veröffentlicht, weil Capitol schon wieder die Schnauze von der Band voll hatte und sich ganz auf ihren vielversprechenden neuen Act Quit Riot konzentrieren wollte, die gerade mit der Coverversion von “Cum on feel the Noize auf sich Aufmerksam machte. Es kam im Zuge dessen zu Verwechslungen zwischen Quit Riot und Riot, so dass die Band sich sogar gezwungen sah, auf der Rückseite von “Born in America” darauf hinzuweisen, dass die nicht Quiot Riot sind.

Lang ging das alles nicht mehr gut und im Zuge des ganzen Chaos löste sich die Band auf.

Mark Reale zog Kurzfristig nach San Antonio, Texas, wo er versuchte mit den ehemaligen S.A-Slayer-Musikern Steve Cooper, Don Van Stavern und Dave McClain eine neue Version der Band auf die Beine zu stellen. Als Sänger wollten sie unbedingt Harry ‘The Tyrant’ Conklin (Jag Panzer), weil der aber wiederholt wegen übermäßigem Alkoholkonsums bei Auftritten seine Stimme verlor, wurde auch daraus nichts. Also ging Reale wieder zurück nach New York, schnappte sich dort den Schlagzeuger Mark Edwards von Steeler und Sänger Tony Moore und hatte plötzlich eine interessante neue Bestetzung für das wohl glorreichste aller Riot-Alben: “Thundersteel”.

(Thundersteel)

Auf diesem Cover war zum ersten Mal nichts vom Maskottchen Tior zu sehen und überhaupt präsentieren sich Riot in einem völlig neuen musikalischen Gewand. Tatsächlich war auch Tony Moore ein absoluter Glücksgriff, der einer der besten USPM-Sänger überhaupt ist, aber nirgends weiter in Erscheinung getreten ist.

1988 war Metal vor allem durch sein Image bekannt, und wenn man diese Jungs allein danach beurteilt, sehen sie aus wie die Bastardsöhne von Motley Crue und Judas Priest. Aber wenn Tony Moore seine hohe Banshee-Stimme ins Mikrofon schmettert, klingt er wie ein verrückter Wikinger, der bereit ist, eine Armee verängstigter Römer zu enthaupten. Mark Reale, der einzige verbliebene Gründer der Band, schwingt seine Gitarre wie eine Streitaxt und fordert damit Leute wie K.K. Downing, Dave Murray und Ross the Boss heraus. Bobby Jarzombek, der am Schlagzeug vor allem für seine Arbeit für Rob Halfords Soloprojekt bekannt ist, liefert hier die Performance seines Lebens ab. Don Van Stavern sorgt für ein solides Bass-Gerüst, das es in jedem Song in sich hat.

Es war klar, dass sich Riot hier und auf dem nächsten Album “The Privilege of Power” sehr weit von ihrem ehemaligen Stil entfernt hatten, was ja auch klar sein dürfte, schließlich ist es eine ganz andere Band. “Privilege of Power” kam 1990 heraus und wagt mehr musikalische Experimente, an sie man sich erst einmal gewöhnen muss, obwohl das Album den Vorgaben von “Thundersteel” zu folgen versucht, mit einem Unterschied, Tior ist erneut auf dem Cover, auch wenn man ihn nicht gleich findet, weil er nur aus einem der zahlreichen Fernseher, vor dem eine Comic-Familie steht, heraus schaut.

(Black Leather)

Was vielleicht etwas irritierend ist, außer den zahlreichen Zwischenstücken, so dass man manchmal meint, in einem Hörspiel gelandet zu sein, ist das Bläserensemble Tower of Power, das manche Songs unterstützt, sehr prominent zum Beispiel in dem Song “Killer”. Das funktioniert zwar, wenn man es rein musikalisch betrachtet, wirkt aber für manche Ohren – für meine zum Beispiel – völlig deplatziert.

(Killer)

Trotzdem gibt es natürlich noch genug raum für Speedattacken und all dem, was man von Riot zu der Zeit erwartet. Es ist also kein völliger Flop. Und wieder schlug der Riot-Fluch zu. Es gab keinen Support des Labels und Tony Moore verließ dann 1992 die Band wegen Meinungsverschiedenheiten mit Manager/Produzent Steve Loeb. Auch am Bass gab es einen erneuten Wechsel. Don Van Stavern ging und Pete Perez kam.

Mark Reale rekrutierte für den Gesang Mike DiMeo, der in einer lokalen Band namens Josie Sang gespielt hatte, mit der Absicht, ein wieder mehr auf Hardrock ausgerichtetes Soloalbum aufzunehmen. Dazu holte er sich auch einen weiteren Gitarristen namens Mike Flyntz dazu.

Schließlich wurden diese Pläne fallen gelassen, und aus dem geplanten Soloprojekt wurde ein weiteres Riot-Album, das 1993 erschienene “Nightbreaker”, das ein Remake des Fire Down Under-Tracks “Outlaw” sowie Coverversionen von Deep Purple’s “Burn” und “A Whiter Shade of Pale” von Procol Harum enthielt.

Das war das bis dahin stabilste Line-Up und die Band nahm in der Folge sechs Album mit dieser Bestzung auf, ein schierer Rekord, obwohl man sagen muss, dass Schlagzeuger Bobby Jarzombek immer mal wieder aus- und wieder einstieg.

(Nightbreaker)

“Nightbreaker” kann man fast als Überbleibsel aus den glorreichen Tagen der traditionellen Metal-Szene der 80er Jahre betrachten, das zwar viel Abwechslung bietet, aber keine Innovation auf Kosten der Qualität sucht, wie es zu der zeit fast alle Bands taten, die hauptsächlich versuchten, auf den Groove-Metal-Zug aufzuspringen. Und auch die nächsten Alben sind solide und konsequent, wobei die Qualität dennoch etwas flackert.

“Brethren of the Long House” von 1995 ist sowohl ein Stück gute Unterhaltung als auch ein Kunstwerk, vollgepackt mit Speed-Metal-Klassikern, Midtempo-Riffmonstern, einem recht interessanten Gesangsarrangement und einem lyrischen Rückblick auf die Geschichte der Kämpfe zwischen vertriebenen europäischen Siedlern und den Ureinwohnern des heutigen Amerikas. Hier sitzt John Macaluso am Schlagzeug und donnert etwas besser als auf dem Vorgänger, die Double Bass klingt knackig und sauber.

Die Gitarren haben die richtige Balance zwischen hohen und tiefen Frequenzen, was dem Gitarrensound von Maidens Powerslave nicht allzu unähnlich ist. Die Keyboards, wenn sie eingesetzt werden, übertönen die anderen Instrumente nicht und auch ie Gesangsspuren sind klar definiert und überfluten nicht das gesamte Arrangement, wenn in den Refrains mehrere Stimmen übereinander gelegt werden.

(Bretheren)

1997 kehrte Bobby Jarzombek für das Album “Inishmore” zurück. Nachdem losen Thema der native Americans vom letzten Album hat dieses hier ein ebenso loses irisches Thema als Hauptkern.

Mark Reale und seine hartnäckigen Jungs marschierten tapfer durch die 90er Jahre und kamen nicht ein einziges Mal auf die Idee, vor dem grausamen und ebenso hartnäckigen Jahrzehnt zu kapitulieren. Es war der klassische Fall eines unbeweglichen Objekts gegen eine unaufhaltsame Farce. So beeindruckend der Widerstand von Riot auch war, in einer Zeit, in der so ziemlich jede Metal-Ikone sich selbst in die Vergessenheit kommerzialisierte, führte er doch zu einer Art Stillstand für die Band. Die meisten Riot-Alben der DiMeo-Ära klingen verdammt ähnlich. Nicht identisch, wohlgemerkt, aber hartnäckig an einem einzigen Kurs festhaltend. Vielleicht war das auch die Furcht, sich auch nur einen Schritt falsch zu bewegen in einer Zeit, in dem man sofort der musikalischen Orientierungslosigkeit anheim fallen konnte.

(Angel Eyes)

Inishmore ist nicht nur gut geschrieben und gut gespielt, sondern auch gut produziert. Die meisten Alben, die 1998 veröffentlicht wurden, sind, sowohl was das Songwriting als auch die Produktion angeht, eher Produkte ihrer Zeit. Welche Band wäre besser geeignet als Riot, um eine Ausnahme von dieser Regel zu machen?

1999 kam dann “Sons of Society”. Die Songs hier variieren von einem etwas orientalischen Intro über reine Heavy-Metal-Songs bis hin zu Songs, die ein wenig an der Hardrock-Kante liegen. Darüber hinaus sorgt die hervorragende Rhythmusgruppe, bestehend aus Bassist Pete Perez und Schlagzeuger Bobby Jarzombek, wie schon auf den Vorgängeralben für einen subtilen, progressiven Touch auf dem Album. Nicht falsch verstehen, es gibt keine unnötigen ungeraden Taktarten oder ähnliche Prog-Mätzchen, stattdessen schaffen sie wirklich interessante Brüche, sowohl melodisch als auch rhythmisch.

Mark Reale und Mike Flyntz werden eigentlich nie erwähnt, wenn es um die besten Gitarren Duos im Heavy Metal geht. Ich schätze, das liegt vor allem daran, dass man sie gar nicht kennt, weil man ja ohnehin gerne alles nur nachplappert, aber tatsächlich findet man selten ein echtes Gitarrenteam im reinsten Sinne des Wortes, die derart mit der Band verwoben sind und nicht nur für sich selbst vor sich hin schreddern wie hier. Was DiMeo betrifft, braucht man nur zu erwähnen, dass er zu dieser Zeit als Sänger für Deep Purple im Gespräch war, was dann ja nicht zustande kam, weil Ian Gillan zurückkehrte, was natürlich gut für Riot ist. Aber das zeigt, in welcher Liga sich Mike mit seinem kraftvollen Gesang bewegt.

Und noch einen Bonus gibt es: Tior ist wieder mal da. Diesmal gehüllt in den Mantel eines Zauberers und mit einer Laterne in der Hand sieht er aus wie die Tarotkarte des Eremiten.

(Sons of Society)

Nachdem Bobby Jarzombek Riot in Richtung Judas Priest verließ, kam Bobbi Rondinelli, um die Drums auf einem der schlechtesten Alben der Band einzuspielen. “Through the Storm” erschien 2002. Selbst wenn dieses Album in Fahrt kommt, merkt man, dass es nicht gerade die Muskeln spielen lässt. Eine Sache, die uns jedoch bekannt vorkommt, sind die unglaublichen Soli von Mark Reale. Sie sind nach wie vor so stark wie eh und je und bilden zusammen mit Mike Flyntz’ harmonisierendem Handwerk einen Taifun aus leuchtenden Versatzstücken. Aber schlussendlich wird das Album dadurch nicht gerettet.

(Through the Storm)

Bevor sich die Band in Riot V umbenannte, gab es 2006 noch “Army of One”. Wieder nahm ein neuer Schlagzeuger Platz, nämlich Frank Gilchrist. Das Album hat wieder mehr Punch zu verzeichnen und die Energie scheint zurück zu sein. Tior nimmt auf dem Cover wieder einen prominenten Platz ein und das ist ja gar kein schlechtes Zeichen. So ein Maskottchen kann manchmal Signale senden. Nach dem Album stieg Sänger Di Meo aus, um sich auf die Band The Lizards zu konzentrieren und Riot tourten einige Jahre mit Mike Tirelli am Mikrophon, bis 2011 unerwartetes geschah. Die gesamte Thundersteel-Besetzung fand wieder zusammen und Mike Flyntz blieb natürlich trotzdem, um Immortal Soul aufzunehmen.

(Immortal Soul)

“Immortal Soul” ist in jeder Hinsicht ein Meilenstein; es ist ein ausgeklügeltes Werk, in das die Zeit und die Geduld von Riot eingeflossen sind, und nicht nur eine wunderbare Sammlung meisterhafter Melodien. Das Album markiert fünf Jahre seit “Army of One” und ist das insgesamt vierzehnte Album der Gruppe.

Historisch gesehen sind Riot ein sehr merkwürdiges Phänomen, das fast die gleiche Bedeutung hat wie Manilla Road, obwohl es musikalisch vielleicht etwas zugänglicher ist.

Inmitten der soliden Mischung aus melodischen Hymnen und krachenden Riffmonstern findet sich ein geniales Maß an Raffinesse und Nuancen, das das Alter und die Erfahrung der Band widerspiegelt, aber viel mehr mit ihren jüngeren Tagen übereinstimmt als die zu dieser Zeit kursierenden Angebote von Priest und Maiden.

Traurigerweise hatte Mark Reale schon sein gesamtes Leben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die sich jetzt zunehmend verstärkten, so dass er eigentlich nicht sehr viel am Album mitwirken konnte. Er verstarb 2012 und somit war Riot im Grunde Geschichte, schließlich war er der Mann, der Riot nicht nur gegründet hatte, sondern voll und ganz verkörperte.

Aber Mike Flyntz, Frank Gilchriest und Don Van Steveren beschlossen, das Erbe von Mark weiterzutragen, um eine neue Ära von Riot einzuleiten. Das war keine leichtfertige Entscheidung und die Band holte sich den Segen von Marks Vater ab. Zur Verstärkung holten sie sich den Gitarristen Nick Lee und den Sänger Michael Hall und gründeten Riot V. Seitdem haben sie zwei ziemlich gute Alben veröffentlicht, begonnen mit dem 2014er “Unleash the Fire”. Auf dem Cover haben wir einen runderneuerten und futuristischen Tior, der auf der Kreuzung zwischen der RealeStr und der Blood Street steht.

(mehr im Podcast)

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

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Host im Podcast "Work of Sirens"

Autor: Micky Winter

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