The Watchers: Nyctophilia

Nyktophilie ist ein Zustand, der dazu führt, dass man spät in der Nacht ganz allein und hellwach im Dunkeln sitzen möchte.

Der klassische Heavy Metal steckt im Grunde in einer Art Dauerkrise. Die meisten Bands versuchen sich an einem Sound und an einer Skizze, die weit in die 80er zurückreicht. Sie tun das, weil sie keine Songs schreiben können. Die kalifornische Supergroup The Watchers hingegen versuchen erst gar nicht, sich wie eine Kopie anzuhören, sondern zimmern ihr eigenes Ding zusammen. Das haben sie schon auf ihrem Debüt Black Abyss von 2018 gemacht. Sechs Jahre hat es also gedauert, bis wir den Nachfolger Nyctophilia beim sich drehen zuschauen konnten und tatsächlich bestätigt die Band in vielerlei Hinsicht, dass sie mitunter die Speerspitze eines „neuen“ klassischen Heavy Metal ist. Selbstverständlich gibt es auch bei ihnen Versatzstücke, die sich durch die vielen Jahrzehnte der Musikgeschichte ziehen, aber sie orientieren sich nicht an dem, was war, sondern vielmehr an dem, was sein kann. Und manchmal muss man sich eben etwas bewegen, um einem Genre zumindest das Gefühl zu geben, dass es noch Musiker gibt, die sich damit auseinandersetzen wollen und die dann auch noch genug Kreativität besitzen, Songs schreiben zu können, die sich zu ihrem überragenden musikalischen Können hinzugesellen.

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Ein Werk, das Tausend Jahre überdauert (Negative Plane: The Pact)

Negative Plane haben nach über 11 Jahren, in denen manche Mitglieder der Band sporadisch andere Projekte verfolgten, ihr drittes Album über Invictus Productions in Dublin herausgebracht, und das ist ganz und gar erstaunlich – im Sinne eines „Next Level“-Anspruchs im arkanen Black Metal – und hat auch einige Zeit in Anspruch genommen, bis die Teile sich zu fügen begannen.

Das Ergebnis ist ein Werk, das auf natürliche Weise die Grenzen zwischen Black Metal, bösartigen Speed Metal und reinem Heavy Metal auf unheilige Art und Weise überschreitet und ständig und mit viel Finesse daran erinnert, dass der Teufel immer die Oberhand gewinnt, egal wie clever man ist. Es geht um die Geschichte des Teufelspakts, nicht eigentlich um Goethes Faust, sondern um das Paktieren mit dem Teufel ganz allgemein, und so heißt dieses Konzeptalbum dann auch The Pact…

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