The Watchers: Nyctophilia

Nyktophilie ist ein Zustand, der dazu führt, dass man spät in der Nacht ganz allein und hellwach im Dunkeln sitzen möchte.

Der klassische Heavy Metal steckt im Grunde in einer Art Dauerkrise. Die meisten Bands versuchen sich an einem Sound und an einer Skizze, die weit in die 80er zurückreicht. Sie tun das, weil sie keine Songs schreiben können. Die kalifornische Supergroup The Watchers hingegen versuchen erst gar nicht, sich wie eine Kopie anzuhören, sondern zimmern ihr eigenes Ding zusammen. Das haben sie schon auf ihrem Debüt Black Abyss von 2018 gemacht. Sechs Jahre hat es also gedauert, bis wir den Nachfolger Nyctophilia beim sich drehen zuschauen konnten und tatsächlich bestätigt die Band in vielerlei Hinsicht, dass sie mitunter die Speerspitze eines „neuen“ klassischen Heavy Metal ist. Selbstverständlich gibt es auch bei ihnen Versatzstücke, die sich durch die vielen Jahrzehnte der Musikgeschichte ziehen, aber sie orientieren sich nicht an dem, was war, sondern vielmehr an dem, was sein kann. Und manchmal muss man sich eben etwas bewegen, um einem Genre zumindest das Gefühl zu geben, dass es noch Musiker gibt, die sich damit auseinandersetzen wollen und die dann auch noch genug Kreativität besitzen, Songs schreiben zu können, die sich zu ihrem überragenden musikalischen Können hinzugesellen.

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