Ein Werk, das Tausend Jahre überdauert: Negative Plane – The Pact… | #48

Willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Reviews hier im Podcast Work of Sirens. Heute mit  Negative Plane,  die nach  über 11 Jahren, in denen manche Mitglieder der Band sporadisch andere Projekte verfolgten, ihr drittes Album über Invictus Productions in Dublin herausgebracht haben, und dieses Album ist erwartungsgemäß  ganz und gar erstaunlich – im Sinne seines “Next Level”-Anspruchs auf dem Gebiet des  arkanen Black Metal – und hat auch einige Zeit in Anspruch genommen, bis die Teile sich zu fügen begannen.

Das Ergebnis ist ein Werk, das auf natürliche Weise die Grenzen zwischen Black Metal, frühen und somit bösartigen Thrash Metal und reinem Heavy Metal auf unheilige Art und Weise überschreitet und ständig und mit viel Finesse daran erinnert, dass der Teufel immer die Oberhand gewinnt, egal wie clever man ist. Es geht um die Geschichte des Teufelspakts, nicht eigentlich um Goethes Faust, sondern um das Paktieren mit dem Teufel ganz allgemein, und so heißt dieses Konzeptalbum dann auch The Pact…

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Negative Plane wurden 2001 von Sänger und Gitarrist Edward Miller alias Nameless Void gegründet, bevor er Matthias Müller alias Bestial Devotion fürs Schlagzeug fand. Miller und Müller also. Müller deshalb, weil Bestial Devotion in Deutschland geboren wurde und als Teenager in den 90ern nach Amerika auswanderte. Es gibt zwei Alben von Matthias Müller, die er in der Zeit, da Negative Plane auf Eis lag, unter Funereal Presence veröffentlicht hat, und das letzte – Achatius von 2019 – habe ich in den Anfängen des Youtube-Kanals auch besprochen, allein schon deshalb, weil Funereal Presence definitiv meine absolute Lieblingsband im BM ist, wenn man da überhaupt von einer Band sprechen kann, wenn Bestial Devotion doch fast alles allein gemacht hat. Geholfen wurde ihm nur hier und da von – und jetzt kommt die große Überraschung – Edward Miller alias Nameless Void von Negative Plane. Es ist jetzt nicht besonders verwunderlich, dass Negative Plane und Funereal Presence einen ähnlichen Ansatz im Songwriting und auch im Klang verfolgen, der sich aus Avantgarde, dem Okkulten und dem psychedelischen zusammensetzt.

Die Jungs hassen die Schublade USBM und ich kann das verstehen. Diese andauernde Akronym-Gescheiße ist auf Dauer nur nervig und unterm Strich bedeutet so etwas auch nicht das geringste, aber der Vorteil amerikanischer Bands im Black Metal ist sicherlich, dass sie keinen Signatur-Sound haben und deshalb viel freier und in der Regel überraschender aufspielen als etwa die norwegischen oder schwedischen Vertreter, weil hier persönliche Einflüsse eine viel stärkere Betonung haben als anderswo. Sicher bilden sich regionale Kollektive auch hier aus, wie zum Beispiel in Cascadia oder den Appalachen, aber mittlerweile gibt es von Alaska bis Hawaii Black-Metal-Bands mit einer einzigartigen Handschrift, die so nirgendwo anders gehört werden können.

Negative Plane gründeten sich mehr oder weniger in Florida, aber erst jüngst sind sie eine wirkliche Band mit mehreren Musikern und in New York ansässig. 2011 hatte noch Ignotus alias Diabolic Gulgata den Bass bedient, der jetzt an die Gitarre wechseln konnte, weil sie den kolumbianischen Bassisten David Cifuentes alias Lord Thammuz gefunden haben. Multiinstrumentalisten sind sie quasi alle, aber man muss erwähnen, dass Bastial Devotion schon ein ganz besonderes Schlagzeugspiel hat, das man unter Tausenden wiedererkennt und es deshalb schon ein Vorteil ist, dass er nicht die Gitarre spielt, die er ja ebenfalls beherrscht, wie er bei Funereal Presence hinlänglich bewiesen hat. Seinen wirklich seltsamen Schlagzeugstil führt er dann auch darauf zurück, dass er eigentlich wie ein Gitarrist denkt. Und vor allem klingen seine Kessel völlig nackt, so als würden sie einfach neben dem Ohr stehen oder im Zimmer nebenan.

2006 veröffentlichten Negative Plane ihr Debüt namens “Et in Saecula Saeculorum”, dem 2011 “Stained Glass Revelations” folgte. Diese beiden Alben machten die Band zu einer Legende im USBM-Underground – da ist er wieder, der böse Begriff -, und das aus gutem Grund, denn ihr Black-Metal-Stil, der sich – vereinfacht gesagt – mehr an der ersten Welle orientiert, ist völlig einzigartig und hat wenig zu tun mit der Wald-und Wiesen-Raserei auf der einen – oder einer modernen Produktion auf der anderen Seite. Für mich ist das ganze Umfeld von Negative Plane davon geprägt, wie sich der Black Metal hätte entwickeln können, wenn er nicht in die Krallen der Norweger geraten wäre, was gar nicht negativ gemeint ist, auch wenn es sich so anhört.

Nach “Stained Glass Revelations” war für die Band ein Punkt erreicht, wo sie nicht wusste, wie es weiter gehen sollte. Nameless Void versuchte zwar, neues Material zu schreiben, kam aber nicht voran. Er spielte dann einige Jahre in der Okkult-Doom-Band Occulation, die es leider nur auf zwei Alben brachte und die zwar gar nichts mit Black Metal zu tun haben, aber sobald man sich die beiden Alben anhört, spürt man auch hier den eindeutig okkulten Charakter, der auch von Negative Plane ausgeht. Tatsächlich sind Occulation, die mit der Finnin Annu Lilja wie viele andere Occu-Doom- oder Doom-Rock-Bands ebenfalls eine Sängerin haben, nicht mit den üblichen Jefferson-Airplane-Ripp-Offs zu vergleichen, sondern wirklich okkult, aber darüber müssen wir ein anderes mal sprechen.

2015 fing Void damit an, die südamerikanischen Sachen wie “I.N.R.I.” von Sarcófago und “Bloody Vengeance” von Vulcano zu vermissen. Das bedeutet, die Orientierung an den Grundlagen dessen, was zu dieser Zeit noch keiner Genre-Definition unterlag. Einen solchen Sound gibt es heute nur noch selten und Void wollte sowas wieder in der Musik haben, am besten in seiner eigenen, aber ein Thema hatte er noch nicht. Bei Negative Plane sind die Musik und das Konzept ja eng miteinander verwoben und Void zieht seine Songs immer von den Lyrics her auf. Ihm kam dann die Idee, ein Album mit verschiedenen Charakteren zu machen. Nicht im Stil von King Diamond, sondern mehr über ihre Berufe. Einer könnte ein Schmied sein, ein anderer arbeitet wie ein Küster in der Kirche, ein anderer ist der Architekt dieser Kirche – und jeder von ihnen schließt einen Pakt mit dem Teufel ab.

Irgendwann besuchte Void eine Freundin in Regensburg und erst da begannen sich die Dinge zu fügen, als er nämlich vor der berühmten Steinernen Brücke stand, der ersten ihrer Art in ganz Europa. Und dort gibt es die berühmte Geschichte zwischen der Wette des Brückenbaumeisters und des Dombaumeisters, die darum ging, wer zuerst fertig wäre. Der Brückenbaumeister schloss diesen Teufelspakt und war dadurch natürlich als erster fertig, aber als der Teufel die versprochenen ersten drei Seelen forderte, trieb der Baumeister einen Hahn, eine Henne und einen Hund über die Brücke, wurde also betrogen.

Void hatte hier jetzt seinen Katalysator, allerdings wollte er lieber über die Kirche schreiben als über die Brücke, weil er dadurch mehr Möglichkeiten hatte. Es gibt zwar in jeder Stadt auch eine Brücke, aber bei Kirchen und ihren verborgenen Geheimnissen, Ketzereien, Mystizismen usw. ist die Anzahl der Geschichten nahezu unbegrenzt.

2019 entstand dann der erste Song, der auch der Opener auf dem Album ist: “A Work to Stand a Thousand Years”. Und sofort merkt man dann auch, dass eigentlich die Musik um die Geschichten herum geschrieben wurde, denn ganz normale Lyrics sind das eben nicht. Die Atmosphäre des Albums ist mittelalterlich ohne irgendwie folkig zu sein. Das liegt am schwer zu benennenden Klang der Band und natürlich an Voids einzigartiger Stimme, der tatsächlich eher wie ein düsterer und prophetischer Erzähler fungiert und nicht etwa kreischt oder gar singt. Das alles geht so gut zusammen, dass es auch gar keine andere Band machen könnte.

Ich meine, während “Stained Glass Revelations” (2011) mit seiner weitaus chaotischeren Herangehensweise einen neuen Höchststandard erreichte, ist dieses Album hier vergleichsweise frei von Hall, abgesehen von der Andeutung eines Raums mit hohen Decken, ähnlich wie bei “Achatius” vor ein paar Jahren, aber mit der definierten Beckenarbeit, einem sehr altmodischen Bassgitarrenton und dem Klirrfaktor der verschiedenen Gitarrenspuren, der fast gegen Null geht, unterscheidet sich die Produktion erheblich von den früheren Sachen, ohne die Signatur der Band in irgendeiner Weise zu verändern.

Für viele Fans von arkanem Black Metal, Avantgarde, Okkultismus und dem allgemein psychedelisch angehauchten Gefühl des neuen Jahrzehnts gibt es nur wenige andere Bands, die einen so einflussreichen und doch unantastbaren Standard für Black Metal in den Vereinigten Staaten setzten, und das liegt natürlich auch an diesem großen mystischen Raum zwischen den Texten und dieser wirklich unglaublichen Gitarrenarbeit. Die ist nämlich ziemlich herausfordernd, aber eher im Sinne der Atmosphäre. Hier blitzen Welten innerhalb von Welten auf.

Viele dieser Songs, wie z.B. “Three Turns to the West” haben ihre Hauptaussage im Refrain, aber in der verdrehten Art und Weise, wie es frühe Celtic Frost oder Sabbat praktiziert haben, auch wenn Negative Plane nicht annähernd so prägnant sind und sich nicht auf so unverblümte Weise gegen den traditionellen Heavy Metal auflehnen.  Der Zweck der Gitarre ist – wie schon erwähnt – die dargestellte Geschichte zu flankieren.

Das soll nicht heißen, dass Nameless Voids einzigartiger Einsatz der Gitarrentechnik kaum zur Geltung kommt. Es gibt verschiedene Beispiele für Finesse ohne kitschige Gitarrenhelden-Klischees, beginnend mit “Poison and the Crucifix” , bei dem Void eine Art Black-Metal-Noise-Gitarren-Geniestreich hervorbringt, der ein wiederholtes Anhören rechtfertigt, sobald der Song zu Ende ist.

Von da an liegen die Highlights eindeutig zwischen dem akrobatischen, meisterhaft gespielten und bereits erwähnten “Three Turns to the West” und dem wohl typischsten Negative Plane-Stück des gesamten Albums, “Even the Devil Goes to Church”, das in gewisser Weise jenes Gefühl der ständigen Bewegung durch schnell wechselnde Riffs des ersten Albums “Et In Saecula Saeculorum” widerspiegelt.

Das hier ist eine bemerkenswerte Veröffentlichung weit jenseits der Norm, ein denkwürdiges Stück okkulter audiovisueller Fiktion  mit einer großen Menge an Überlegungen, Arbeit und Leidenschaft, die in jedes Element eingeflossen sind.

Ich bin völlig begeistert von diesem Album, aber natürlich bin ich voreingenommen, weil ich von Anfang an ein Fan der Band und ihren Nebenprojekten bin, aber das lenkt nicht davon ab, dass Negative Planes drittes Album von einer Größe ist, die ein Jahrzehnt des Wartens gerechtfertigt hat und alles andere als eine beiläufige, gewöhnliche oder halbherzige Black Metal-Platte im Jahr 2022. Mit diesem Album haben sie so vielen bekannten Bands einen Strich durch die Rechnung gemacht, dass ich nicht anders kann, als ihnen die höchstmögliche Empfehlung auszusprechen.

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

Genre-Guide: Vampiric Black Metal | #33


Hallo Freunde draußen an den Radiogeräten, ich hoffe, ihr habt Hammer und Pfahl in Griffnähe oder zumindest ein Glas Rotwein. Seht ihr, ich beginne die Sendung geradewegs mit einem ganzen Batzen von Klischees, aber ihr seht zumindest, worum es uns heute gehen soll. Um den Vampir. Es wäre natürlich völlig unmöglich, das Thema des Vampirs in der Musik erschöpfend zu bearbeiten, deshalb grenzen wir das ganze etwas ein und sprechen über das Vampirthema im Black Metal, das in letzter Zeit um sich greift, über Vampiric Black Metal, und wir entreißen den Vampir damit auch ganz bewusst dem Gothic Sektor, wo er ja lange Zeit fast schon ausschließlich zu finden war, sieht man mal von den ganzen Fantasy-Romanzen ab. Natürlich ist der Vampir im Black Metal jetzt auch nicht der allerneuste Schrei, aber so wie er im Moment angenommen wird, kann man fast schon sagen, dass dieses Wesen der Nacht endlich wieder zu seinem angestammten Recht kommt.

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Es mag vielleicht ein wenig willkürlich erscheinen, aber ich habe euch heute drei Alben mitgebracht, die dieses Feld ganz gut abdecken, eines davon aus dem letzten Jahr und zwei aus den aktuellen Veröffentlichungen. Namentlich Sumerian Tombs mit dem gleichnamigen Album, Order of Nosferat, mit dem Album Nachtmusik und schließlich Krvna mit Sempinfernus.

Vampire haben eine umstrittene Geschichte. Einige behaupten, dass diese Kreaturen “so alt wie die Welt” seien. Das würde zum Ansatz von Sumerian Tombs passen, die uns musikalisch durch die dortigen Gräberfelder schicken, aber – wie sie in Interviews betonen – mehr fiktional als faktisch. Wobei – Fakten und Vampire? Ein merkwürdiges Zusammentreffen beider Wörter. Was wissen wir also über die Wahrheit der Vampire?

Aber neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass unser Glaube an Vampire und Untote im 18. Jahrhundert geboren wurde, da erschienen nämlich die ersten Berichte über dieses Phänomen. Im Jahr 1732 taucht der Begriff überhaupt laut Gothic-Experten Roger Luckhurst zum ersten Mal auf. Es gibt aber archäologische Entdeckungen von ungewöhnlichen Bestattungen, die nahe legen, dass der Glaube an Vampire und Wiedergänger bereits vor 1500 präsent gewesen sein muss.

Zum Beispiel wird in der polnischen Stadt Kamien Pomorski eine Vampirleiche ausgestellt, die 500 Jahre alt sein soll. Das zumindest haben Archäologen bestätigt. Durch ihre Knochen war wohl ein Pfahl gerammt, damit die Leiche den Sarg nicht verlassen kann und im Mund hatte sie einen Stein, um das Blutsaugen zu verhindern. 500 Jahre ist ziemlich alt, aber in Bulgarien wurden noch ältere diese abweichenden Bestattungen entdeckt. Wie nahe dran sind wir aber wirklich an den Sumerian Tombs? Naja, so sehr fiktional sind Vampire in dieser ersten menschlichen Hochzivilisation gar nicht.

Vampire haben schon immer die menschliche Angst vor dem Tod repräsentiert. Das lässt sich durch die Jahrhunderte zurück bis in den Nahen Osten und die südlichen Regionen Asiens verfolgen.

Im babylonischen Epos Gilgamesh, genauer gesagt in der sechsten Tafel, die der Göttin Ishtar gewidmet ist, wird eine Kreatur beschrieben, die “in der Lage ist, anderen das Leben zu nehmen, um ihr eigenes zu bewahren”. Darüber hinaus gab es alte griechische ländliche Legenden über Männer und Frauen, die Blut tranken, um sich jung zu halten, es gab ja noch keine vernünftige Drogerie. Und auf den Gilgamesh-Epos spielt die Band in ihren Texten auch an, wenn zum Beispiel im Song Light of Death von Irkalli die Rede ist.

Irkalli ist die Unterwelt, aus der es keine Rückkehr gibt. Wer das Portal zur Unterwelt durchschreitet, muss auf der Straße der Knochen reisen, wo es sieben Tore gibt, die man durchschreiten muss, bevor man die Stadt der Toten erreicht. An jedem Tor wartet ein Wächter, der eine Gebühr für den Durchgang erhebt und verhindert, dass man den falschen Weg einschlägt. In dieser Unterwelt befindet sich eine große Wüste der Angst, die von den lebenden Geistern der Toten bevölkert wird, die sich nach dem Leben sehnen, das sie verloren haben.

Die Stadt der Toten erscheint wie ein eigener Stadtstaat, der von den wandelnden Toten bewohnt wird. In den Hallen der Stadt essen diese Geister nur bittere Asche und wohnen in Gebäuden aus Lehm. Von hier aus regieren die Göttin Ereshkigal und ihr Gemahl, der Totengott Nergal das Reich. Ireshkigal wird dann im Song The Key – Bloodmeditation besungen.

Tatsächlich werden Sumerian Tombs ihren geschwärzten Schatten über die Erde, was sich schon auf der im letzten Jahr erschienenen EP “As Sumer Thrones At Night” abzeichnete. Weit weg vom phantastischen oder romantischen Vampirismus einer Anne Rice oder auch Bram Stoker haben wir es hier mit einer wahren blutrünstigen Quelle zu tun, die eben viel älter, primitiver und bösartiger ist.

Das zeigt ich schon zu Beginn mit dem plötzlich einsetzenden von “Bloodspells of the Ancient”; dem unmittelbaren Losbrechen aller Instrumente gleichzeitig, begleitet von einem gewaltigen Schrei. Und von jetzt an bebt alles der unausweichlichen Verdammnis entgegen, was nicht ohne melancholie vorgetragen wird, episch sogar, trotz seiner rasenden Geschwindigkeit, bei der die Melodieführung wie hinter einer Nebelwand verschwimmt, begleitet von zeitweise fast tribelartigen Perkussionsinstrumenten und harschen Gesängen, die sich alle stetig zu einem Höhepunkt des allgegenwärtigen Bösen aufbauen. Tomb Lurker ist dann zu Beginn und immer wieder mittendrin von einem ähnlichen Element der Bedächtigkeit besessen und wechselt sich mit Wellen einer nahezu brennenden und eindringlichen Klangwand ab.

Während ein Großteil des Albums bis zu diesem Punkt eine etwas “modernere” Klangfarbe verwendet hat, die gekonnt in glühende dämonische Flammen gehüllt ist, scheint “Altars of the Past” eher auf einen treibenden, schneidenden, schwedisch klingenden Klassizismus hinzuweisen, wobei das geschmackvolle Klavier nichts von dieser sengenden Atmosphäre wegnimmt. The Key – Bloodmeditation schreitet anschließend selbstbewusst mit einer schrecklichen, grandiosen Ausstrahlung vorbei, mündet in den blutgetränkten Ritus des kurzen Transcending the Veil, bis ich das abschließende Vampiric Dominance über die unglückliche, karge Tundra erhebt, um das letzte bisschen Hoffnung mit einer episch majestätischen Meisterleistung von unbeirrbarer, wunderschöner infernalischer Souveränität wegzuspülen.

SUMERIAN TOMBS haben uns einen gewaltigen Wälzer des Black Metal geschenkt, indem sie zeitgenössische schwere Wärme und epische Dichte mit traditionelleren Elementen wilder und dreister dämonischer Orthodoxie verbinden. Darüber hinaus dient die Band (zusammen mit den australischen KRVNA, zum Beispiel, deren Album Sempinfernus wir uns glleich anschauen) eindeutig dazu, die Fähigkeit dessen, was man als “vampirischen” Black Metal bezeichnen könnte, neu zu definieren, indem sie den Begriff von kitschig-romantischen Tropen befreit und ihn auf Archetypen anwendet, die deutlich dunkler, schwerer und bombastischer sind.

Order of Nosferat

Das dritte Album der deutsch-finnischen Band Order of Nosferat wurde nicht ohne Spannung erwartet, obwohl es erst ein Jahr her ist, dass die Band sage und schreibe gleich zwei Alben veröffentlicht hat. Seit März gibt’s jetzt “Nachtmusik” und der Name ist Programm. Hört man den Bandnamen, den Titel des Albums und sieht sich dann auch noch das Cover an, auf dem kein geringerer als Nosferatu selbst geschmackvoll stilisiert das schwarze Album schmückt, kann man sich vor Freude auf die nächste schlaflose Nacht gar nicht mehr retten.

Die Band besteht aus Count Revenant, der in nicht gerade wenige andere sehr empfehlenswerte Projekte eingebunden ist, darunter Sarkrista, die im letzten Jahr ja ebenfalls erst mit Sworn to Profound Heresy zwar nicht ihr bestes, aber auch kein schlechtes Album veröffentlicht haben.

Dann haben wir Sarastus und Slagmark. Zugegeben sind die Bands musikalisch nicht wirklich auseinanderzuhalten, bei Oder of Nosferat ist das aber anders. Dem deutschen Vokalisten, Gitarristen, Bassgitarristen und Keyboarder steht mit dem Finnen Anzillu ein hervorragender Drummer zur Verfügung, der unter anderem bei Serpentfyre trommelt, aber meiner Meinung nach ebenfalls an keinem besserer Projekt beteiligt ist. Irgendwie scheinen die beiden auch zu wissen, dass sie hier etwas Besonderes machen, wenn man sich allein den qualitativen Output anschaut. Mit was wir es hier zu tun haben ist vampirischer Black Metal, wie er gerade ja seine dunkle Blüte erlebt.

Der treffende Titel “Nachtmusik” ist einsamen Nachtwanderern und jenen gewidmet, die in schlafloser Verzweiflung verharren. Manchmal trauriger und wütender als seine beiden nicht zu verachtenden Vorgänger, wandelt Nachtmusik auf dem schmalen Grat zwischen Fiebertraum und erhabener Lähmung; der Black Metal ist schmutziger und rauer, während die oft isolierten Synthesizer- und Klaviersegmente dem Gesamtbild des Albums eine verwundete Dunkelheit angedeihen lassen.

Es kommt natürlich immer darauf an, was von von Black Metal erwartet – auch wenn es um Vampire geht. Black Funeral aus Amerika haben dieses Thema bereits seit 1995 am Start, aber um ehrlich zu sein glaube ich, dass es eine für meine Verhältnisse vernünftige Umsetzung erst in jüngster Zeit gibt, wie zum Beispiel auch Krvna aus Australien letztes Jahr mit ihrem Album Sempinfernus gezeigt haben.

Natürlich bleiben Order of Nosferat ihrer vampirischen Vision immer treu, und Nachtmusik lässt sich gut mit vampirischen Pionieren wie Black Funeral aus Amerika sowie Vlad Tepes aus Frankreich, Mütiilation, Funeral, Blessed in Sin oder einer Reihe von Bands aus dem Umfeld der Black Legions oder Concilium vergleichen. Doch mit der willkommenen Integration düsterer Zwischenspiele und noch dezenterer Keyboard-Schichtungen baut das Duo seine eigene, glaubhaft eigenwillige Version von VAMPIRIC BLACK METAL weiter aus. Und genau wie die beiden Vorgänger-LPs fühlen sich Order of Nosferat weiterhin vertraut und nostalgisch an, und genau das ist der Punkt; Black Metal hat es nicht nötig, etwas anderes zu sein als das, was er bereits ist… oder besser gesagt war. Und dasselbe gilt für die Bezeichnung “Vampir”, bevor sie von Zirkusclowns und Freaks an der Leine ruiniert wurde. Lichter aus mit Nachtmusik!

Krvna

Krvna kommen zwar aus Australien, aber ihr Herz scheint direkt aus Transsilvanien zu stammen, wie Mastermind Krvna Vatra erklärt: “Dieses Album war ein Weg, diesen alten Glauben an Vampire wieder zu stärken und ins Licht zu rücken, nachdem es einige Kräfte gab, die ihn und andere dunkle Aspekte der Balkan-Kultur ständig weiter abgebaut haben.”

Diese reichhaltigen konzeptionellen Gefühle werden auf jeden Fall durch den soliden rasanten Black Metal des Debüts untermauert. Dabei handelt es sich um eine offensichtlich traditionelle Ausrichtung, die eine klare Mission verfolgt.

Die Produktion ist relativ ausgefeilt, was den vampirischen Black Metal angeht. Das hat mehr mit Dawns Slaughersun oder in jüngerer Zeit mit Tempestarii oder The Kryptik aus Rio de Janeiro gemein als mit Mütiilation. Das Schlagzeug bietet ein konstantes Sperrfeuer aus fließenden Blast-Beats und Crash-Becken, die weniger rhythmisch als vielmehr lineare Wände aus klanglicher Energie sind.

Die Gitarren bieten einfache, sich entwickelnde Tremolo-Riffs, die durch sehr traditionelle, melodische Gitarrenleads und subtile Keyboardarbeit ergänzt werden. Der Gitarrensound ist eher hoch, aber die Überlagerung verschiedener, sich ergänzender Tracks öffnet die Musik und lässt den Hörer in die ehrgeizige Bandbreite dieses Albums eintauchen. Der Gesang sitzt weiter hinten im Mix und wirkt wie eine bösartige Präsenz, die wir trotz ihrer offensichtlichen Anwesenheit nie ganz bewusst verinnerlichen.

Alle Songs erreichen ihren Grad an Komplexität und Tiefe durch die schiere Anhäufung von einzelnen Elementen, die alle in einem berauschenden Tempo vorgetragen werden, und dadurch ihre elegante Einfachheit verdeckt. Die Riffs sind relativ geradlinig und bestehen aus kleinen linearen Notenclustern mit wiederum kleinen Variationen, die in jeden Zyklus eingearbeitet werden. Die Riffs werden überwiegend mit Tremolo-Gitarren gespielt, die – zusammen mit den fließenden Blast-Beats und Fills, die darunter liegen – grundlegende Polyrhythmen erzeugen, während sich die einzelnen Komponenten übereinander schichten. Grundlegende Leadgitarrenarbeit oder in einigen Fällen eine Keyboardlinie verstärken dieses Gefühl von leicht abweichenden Zyklen, die sich alle zu einem größeren Wandteppich von cineastischer Tragweite zusammenfügen.

Es ist ein höchst effektiver Kompositionsansatz, der dem manchmal etwas nüchtern wirkenden Black Metal mehr Leben einhaucht. Aber auf  Sempinfernus haben Krvna bewiesen, dass sie Meister der subtilen Kunst des Arrangements sind. Noch wichtiger aber sind die ausgeprägten melodischen Linien, die sich von ihrem starr-schnellen Fundament lösen und einen unverwechselbaren und einnehmenden Charakter zeigen.

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

Review: Watain – The Agony & Ecstasy of Watain | #21

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Die satanischen Black-Metal-Urgesteine Watain veröffentlichen am 29. April ihr siebtes Album “The Agony and Ecstasy of Watain”, das auch gleichzeitig das erste bei Nuclear Blast ist. Damit öffnen sie eindeutig ein neues Kapitel in ihrem dunklen Schaffen. Und das ist der Zahl 7 höchst angemessen.

Tatsächlich könnte man sogar so weit gehen und das Album als Summe aller Tatsachen im Watain-Kosmos betrachten.

Für viele sind Watain die Verkörperung des Black-Metal-Ethos, da sie sich nicht nur in ihrer Musik, sondern in ihrem ganzen Wesen dem Ziel verschrieben haben, ein Portal in eine andere Welt zu bieten, aber sie sind auch berüchtigt dafür, an vielen Stellen Kontroversen auszulösen.

Es ist zwar richtig, dass Eric Danielsen in fast jedem Interview, das er führt oft die gewöhnlichen Black-Metal-Standartsprüche von sich gibt, und damit könnte der Fall an sich erledigt sein. Aber was, wenn sich dazu die Musik an der grenze zur Genialität bewegt? Und dann sagt Eric manchmal doch Sätze wie diese über das neue Album:

“Der Wortlaut und das Thema des Titels laufen letztlich auf die einfache Idee hinaus, dass wir immer mit emotionalen Extremen arbeiten. Wir haben schon immer mit den zwei Gegensätzen Dunkelheit und Licht gearbeitet. Man hat diese furiose wilde Seite, aber auch diese heilige, transzendente Seite. Das ist es, was Black Metal meiner Meinung nach ausmacht. Es ist das Zusammentreffen von existenziellem Horror, dem Kampf ums Leben und der magischen, spirituellen, gottähnlichen Seite der Menschheit.”

Das ist deshalb ein interessanter Ansatz, weil er vom üblichen Bösewicht-Geschwafel abweicht, das meiner Meinung nach argumentativ ohnehin auf völlig tönernen Beinen steht. Eric ist also alles andere als ein Dummkopf, und vielleicht kommt es auch immer darauf an, welche Kapazitäten der Interviewer hat. Ich habe noch ein weiteres Beispiel dafür:

“Wir haben Watain immer als etwas von der Welt Getrenntes betrachtet. Wir haben die Band gegründet, weil wir einen Platz in der Welt haben wollten, der nicht wie alles andere ist, eine eigene Realität. Wir lassen uns so wenig wie möglich vom Geschehen um uns herum inspirieren. Ich denke, man könnte sagen, Watain ist eine Art Zufluchtsort. Der kann einen wirklich durch die dunkelsten Zeiten bringen, wenn man in seinem Leben keinen anderen Zufluchtsort hat, und mit Watain haben wir das irgendwie zum zentralen Aspekt unseres Lebens gemacht. Diesen Zufluchtsort. Chaos und Aufruhr sind eine Konstante in der menschlichen Geschichte.”

Auf dem neuen Album haben wir 10 Tracks mit epischen, brutalen und gelegentlich melodischen Black Metal-Ausflügen. bekannt ist ja bereits die erste Single “The Howling”, die gerade genug Groove hat, um ein Gefühl von drohendem Unheil zu erzeugen. Und Songs wie “Serimosa” bieten einen anderen und grandioseren Ansatz, bei dem der grimmige Gesang eine äußerst bedrückende Atmosphäre erzeugt. Was wir hier finden ist kein geradliniges Lärmfeuerwerk, wie man es vielleicht von traditionellerem Black Metal erwarten würde, aber Watain ist über jegliche Art von Normalität längst hinaus. Tatsächlich unterstreicht Eric in seinen vorhin genannten Zitaten die Absicht der Musik, einen Schutzwall gegen die echten Wölfe vor unseren Türen zu bieten.

Und Eric erklärt sogar den Begriff:

‘Serimosa’ erzählt von der elektrisierenden Vorstellung der Ankunft einer großen Macht. Das Auftreten von Rissen im Damm, der die Flut des großen Meeres aufhält. Ein Besucher aus dem Jenseits, der die Schwelle zur materiellen Welt überschreitet. Genau wie “Watain” ist “Serimosa” der Begriff einer Macht unbekannten Ursprungs, die in die Welt kommt und keine Geschichte hat, und der man sich mit Ehrfurcht nähern sollte. Das Wort hat seine sprachliche Wurzel im lateinischen Wort Seri (“Serum”), zusammen mit Dolorosa (“Schmerz”), Nebulosa (“Sternennebel”) und Lacrimosa (“tränenreich”), so als ob diese Wörter und ihre Bedeutungen in einem gesprochen würden.

Das ist natürlich alles starker Tobak und führt weit über die Musik hinaus in ein spirituelles und philosophisches Register, dem man sich widmen kann, aber nicht muss. Tatsächlich ist es so, dass durch jeden einzelnen Ton auf diesem Album auch so klar wird, dass hier eine ganz besondere Macht am Walten ist. Solche Klänge fabriziert man nicht durch Zufall oder einfach nur, weil man gute Musiker um sich hat.

Und das ist ein Punkt, der sich von allen bisherigen Veröffentlichungen der Band unterscheidet. Watain haben das Album zum ersten Mal live eingespielt. Eigentlich bestehen Watain ja nur aus drei Leuten: Eric Danielson an Gesang und Bass, Hakan Jonsson an den Drums und Pelle Forsberg an der Gitarre. Diesmal aber machte Hakan die Aufnahmen nicht mit, stattdessen war das gesamte Live-Ensemble im Studio, mit Emil Svensson am Schlagzeug und zusätzlich Hampus Eriksson an der Gitarre und Alvaro Lillo am Bass, also seit 2014 ein eingespieltes Team. es wurde also keines der Instrumente separat aufgenommen. Dadurch entsteht natürlich ein absolut intensives Gefühl, tatsächlich sollte Heavy Metal ganz genau so gespielt werden. Ich habe zu Beginn lange darüber nachgedacht, warum das Album so eine unglaubliche Wucht hat. Hier ist die Antwort. Und natürlich auch, dass die drei Kernmitglieder, die am Songwriting beteiligt sind, auch wenn Eric den Löwen bzw Wolfsanteil ausführt, schon als Teenager im schwedischen Uppsala zusammenkamen. Man darf ja nicht vergessen, dass es heute fast keine Band mehr gibt, sondern nur noch Projekte, denen jede echte Band von vornherein haushoch überlegen ist. Wir sprechen hier von 1998, also einer Zeit, da die zweie Black-Metal-Welle langsam am versiegen war.

Die größten Bands waren Dimmu Borgir und Cradle of Filth. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass Watain eine Gegenreaktion auf diese Bands war, die damit das wieder zurück bringen wollte, was einstmals als echter Black Metal galt: das ernsthafte satanische und extreme Thema. Solche Aussagen erfordern natürlich immer auch die Frage nach dem, wer denn tatsächlich eine definitive Formel für den Black Metal kennt. Auch das ist ja mehr als alles andere eine Glaubensfrage. Für Cronos zum Beispiel waren die ganzen norwegischen Kids gar kein Black Metal, wie er ihn verstand. Ihm fehlte das Augenzwinkern und der Witz und er hätte es lieber gesehen, wenn Euronymus diesen Begriff nicht verwendet hätte sondern stattdessen sowas wie Norse Metal. Das steht natürlich im völligen Kontrast zu dem, was Eric ausdrücken will. Watain sind so sehr versucht, durch ein Gefühl von Chaos eine größere individuelle Freiheit zu erlangen.

Aber um ehrlich zu sein, höre ich auf dem Album nicht viel Chaos, sondern ein perfektes Zusammenspiel von Gleichgesinnten, die eine Klanglandschaft errichten, die schlichtweg atemberaubend ist.

Black Cunt und Leper’s Grace sind weitere grandiose Stücke, die auf dem ganzen Album ohnehin nicht abreißen. Es ist ja nicht nur das Wechselspiel, die Dynamik, der Kontrast zwischen Raserei und epischen Momenten, die hier sofort ins Ohr gehen, es sind die unzähligen kleinen Details. Manche davon entdeckt man überhaupt erst auf dem Kopfhörer, aber auch diejenigen, die offensichtlich sind, wie eben in Black Cunt das spezielle Lead, das überraschend auftaucht, oder später im vorletzten Song Funeral Winter, als eine ganz bestimmte Gitarrensequenz erst zum Schluss hin fast schon verschwendet wird. Überhaupt strotzen Watain hier voller spielerischer Finesse und Inspiration. Keiner wird ihnen in diesem Jahr in Sachen Black Metal auch nur ansatzweise nahe kommen können. Mit diesem Album haben sie sich endgültig in ihr eigenes Genre verzogen.

Not Son Nor Man Nor God teilt das Album sozusagen in der Mitte mit einem disharmoischen Klavierchord, Donnerrumpeln und einem melodischen, wehmütigen, kurzen Gitarrenlead, bevor dann mit Before the Cataclysm mit sieben Minuten das längste Stück des Albums angestimmt wird und den eigentlichen Höhepunkt des Albums vorbereitet. Diese Anordnung ist gar nicht so leicht zu fassen, aber an dieser Stelle wirkt Before the Cataclysm wirklich wie ein Ouvertüre mit seinen ständigen Wechseln, dem eingefügten klassischen Heavy-Metal-Riff, das immer wieder von der epischen Atmosphäre verschluckt und eingefangen wird und zum Schluss sogar eine typisch nordische Skala auf der Gitarre auspackt. Inhaltlich beschäftigt sich Eric hier intensiver mit dem Tod als gewöhnlich. Das bezieht natürlich auch auf seinen Freund Selim Lemouchi, der sich 2013 das Leben genommen hat, aber auch auf andere Todesfälle, die in letzter Zeit im privaten Umfeld zu bewältigen waren.

Das Stück ist fast schon progressiv und rutscht nahtlos in die Einleitung zu We Remain, auf dem dann Farida Lemouchi ihre gnadenlos geniale Stimme auspackt, bevor Eric das Thema übernimmt. Überhaupt ist auch Eric hier wie auf dem ganzen Album in einer außergewöhnlich guten stimmlichen Verfassung und passt sein Krächzen oder Kreischen der jeweiligen emotionalen Struktur der Songs besser an als jeder andere seiner Zunft. Lyrisch dreht sich der Song um die fünf elementaren Flügel des Pentagramms und die Geheimnisse, die in diesem alten Symbol stecken. Es ist ein Song über vergessene Dinge, an die man sich erinnern sollte, über die Suche nach Wahrheiten, die verloren gegangen sind, über die ewig brennende Flamme, die die Dunkelheit vergangener Zeiten erhellt, über das Vergehen von Äonen und unseren streitbaren Platz darin.

Ich bin mit dieser Besprechung ziemlich früh unterwegs, so dass ich mir nicht vorher ansehen konnte, was andere über dieses Album denken, kann mir aber durchaus denken, dass manche diese unvergleichliche Spielfreude ebenso verdammen wie jene, die ein bisschen was von Musik verstehen, davor auf die Knie gehen werden. Und natürlich alles dazwischen. Ich weiß nicht, ob wir nicht allesamt zu satt sind, um überhaupt noch zu bemerken, wenn etwas außergewöhnliches um uns herum passiert.

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

Genre-Guide | Okkult Rock | #9


In der heutigen Sendung geht es um eine kleine Einführung in den Okkult Rock. Ein Genre, das jeder irgendwie kennt, über das aber viel zu selten gesprochen wird. Tatsächlich hat sich diese interessante Spielart erst in der heutigen Zeit so richtig etabliert. Was aber die modernen Bands des Genres betrifft, muss ich euch noch etwas vertrösten. Hier und heute schauen wir uns erst einmal die Anfänge und das Milieu des Genres etwas genauer an.