Epic-Sommer-Spezial (3) | #39


Guten Morgen, Freunde draußen an den Radiogeräten, ich begrüße euch zur dritten Ausgabe unseres Specials im Juli, wo ich euch jeden Tag des Monats – außer an den Wochenenden und den Tagen, an denen die regulären Sendungen laufen – einen Song präsentiere, der zu unserem epischen Mixtape gehört, das am Ende insgesamt 14 Songs umfassen wird, so viel Tage bleiben nämlich dann rechnerisch übrig. Schreibt mir in die Kommentare, wie euer Tag war, wie das Wetter dort ist, wo ihr euch befindet und vor allem, was ihr bis jetzt von diesem Special haltet. Fangen wir an mit Song Nr. 3.

Lesen

Auch in den 80er Jahren gab es natürlich einen Underground. Der zerfaserte nicht ganz so extrem wie das heute der Fall ist, wo nahezu jedes Subgenre seinen eigenen Underground hoch hält, aber der epische Heavy Metal teilte sich natürlich derzeit ebenfalls in erfolgreichere amerikanische Power Metal-Bands – das waren wenige – und den ganzen Rest. Man kann grundsätzlich sagen, dass das epische im Metal immer schon ein Schattendasein führt. Das mag man gar nicht glauben, wenn man sich anschaut, wie beliebt das Fantasy und Mittelalter-Element eigentlich ist. Mittelaltermärkte zum Beispiel gab es lose bereits Anfang der 80er, aber erst seit den 90ern zieht das Interesse immer mehr Besucher an, die sich natürlich ebenfalls wieder in unterschiedliche Interessengruppen zerteilen lassen.

Der heutige Song stammt von Medieval Steel aus Memphis Tennessee und heißt auch so. Also, er heißt Medieval Steeel, nicht Memphis Tennessee. Für besagte Underground-Metal-Fans sind das natürlich keine unbekannten und spätestens seit ihrem Auftritt auf dem Keep it True kennt sie wirklich jeder, der etwas mit dem tatsächlichen Heavy Metal anfangen kann. Ihre selbstbetitelte EP von 1984 hat einen mythischen Status erlangt, nicht nur wegen ihres großartigen Songwritings, sondern auch wegen des legendären Titelstücks, das sich einen Platz im Pantheon der Metal-Hymnen erobert hat. Aber das wars dann auch schon.

2005 veröffentlichte die reformierte Band in Eigenregie eine Zusammenstellung der EP-Tracks mit einigem zusätzlichen Material unter dem Titel “The Dungeon Tapes” und löste damit ein kleines Erdbeben im Underground aus, weil die Scheibe einfach großartig war. Wieder folgte daraus nichts.

No Remorse Records brachte 2012 eine neu abgemischte Version der Compilation heraus, und die Band war erneut im Geschäft, diesmal komplett mit einigen Festivalauftritten, die ihren Ruf festigten. Im Jahr 2013 brachten sie Dark Castle heraus, ein Album, das kein neues Material enthielt, sondern Neuaufnahmen und Überarbeitungen alter Songs, und das nur in einer Auflage von 200 Exemplaren veröffentlicht wurde, also quasi ein reines Bootleg-Album war.

Da trifft es sich gut, dass gerade eben im Jahre 2022 “Gods of Steel” das Licht der Welt erblickte, und es handelt sich quasi um das wirkliche Debüt der Band. Das ist schon eine abenteuerliche Geschichte.

Oftmals leiden Bands der klassischen Ära darunter, neues Material komponieren zu müssen, aber zu all den Unwägbarkeiten, die die Band bisher begleitet hat, gehört das nicht dazu.

Es gibt einige wirklich starke Songs, auch wenn sie vielleicht nicht so gut sind wie Klassiker, aber um dieses Album soll es heute gar nicht gehen, obwohl ich mich natürlich fast schon verpflichtet fühle darauf hinzuweisen, weil ich mir denken kann, dass es bisher kaum jemand auf dem Schirm hat.

Bei einer der größten Hymnen, die der heavy Metal kennt lohnt es sich, sich einmal die Lyrics anzuschauen:

Jenseits des Zeitgefüges, Im Reich des Geistes
gibt es ein Land, wo das Leben und der Tod beherrscht werden von Stahl.
In diesem Land erhoben sich 5 Eroberer namens Medieval Steel
um ihren Platz als Kriegsherren einzunehmen.

Vor langer Zeit, als ein Schwert mehr wert war als Gold,
weil es leicht war, damit zu töten,
kämpften die Männer hauptsächlich darum.

Nach zwanzig Jahren der Knechtschaft
begann sich ein Sklave zu erheben.
Er kämpfte in tausend Schlachten
Mit Hass in seinen Augen

Mittelalterlicher Stahl schneidet dich wie ein Messer
Die Kämpfer auf dem Schlachtfeld
lassen ihr Leben
Für den Stahl

Dann kam der Tag, an dem er freigelassen wurde
um dieses Land zu durchstreifen.
Mit eisernem Willen in seinem Herzen und dem Schwert in seiner Hand
begann er, das Kommando zu übernehmen

Der König und seine Männer marschierten
über Berge und durch Schluchten
um den Sklaven zu töten
und als der Kampf vorbei war, war er tot.

Also keine wirkliche Heldengeschichte, bei der am Ende alles gut ausgeht und der Underdog ein Ganzes Reich niederzwingt, sondern eher realistisch. Man kämpft und meistens stirbt man. Da ist kein bisschen Elric oder Conan enthalten, aber ich glaube, das ist allen, die hier jedes Wort mitgrölen, herzlich egal, allein die Musik verströmt ein erhabenes Gefühl.

[collapse]

Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

Website | + posts

Host im Podcast "Work of Sirens"

Autor: Micky Winter

Host im Podcast "Work of Sirens"

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Um einen Kommentar zu verfassen, müsst ihr die Datenschutz-Bedingungen akzeptieren.