Epic-Sommer-Spezial (2) | #37

Guten Morgen, Freunde draußen an den Radiogeräten, wo immer ihr seid. Heute begrüße ich euch zu Song Nummer 2 unseres Juli-Sommer-Specials, in dem es um ein Mixtape von 14 Songs geht, die wir im Verlauf des ganzen Monats aufsammeln. Immer zwischen den regulären Veröffentlichungen hier im Podcast auf Work of Sirens stelle ich euch einen epischen Song vor – und das ist das eigentlich Besondere dieses Specials, dass es nämlich nicht primär um ein Album, sondern eben um einen Song geht. Während ich das hier aufnehme, weiß ich noch nicht, welches Wetter wir am heutigen Tag haben, hoffe aber, dass es weder zu heiß, noch zu regnerisch ist. Ihr könnt mir ja in die Kommentare schreiben, wo ihr euch gerade befindet und wie ihr euren Tag heute so gestaltet und wie das Wetter bei euch so ist.

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Heute habe ich den Song “Blackwing” von Thunder Rider augsgewählt, das ist zwar ein Hinweis auf das Wetter, aber das muss ja nichts heißen.

Wenn man den Begriff “Thunder Rider” hört, denkt man sofort an etwas, das nicht nur laut, grandios und bombastisch, sondern auch episch und mittelalterlich ist. Man denkt an gepanzerte Ritter in vollem Galopp oder an mongolische Reiter, die über die Steppe fegen. Aber es gab eben auch eine Band aus Montreal, Quebec, die diese Assoziationen hervorruft. Die Band legte 1989 ihr Debüt “Tales of Darkness and Light” vor, dem erst 2002 ein weiterer Versuch mit “Tales of Darkness and Light Volume 2” folge, bevor man nie wieder was von ihnen hörte.

Bei Thunder Rider handelt es sich um eine Mischung aus klassischem und epischem Metal mit gelegentlichen Doom-Einflüssen. Die Gruppe zeichnet sich durch die Art und Weise aus, in der sie ein Fundament aus dramatischem und melodischem Songwriting mit knackigen Gitarren und blitzartigen Leads, einer donnernden Rhythmusgruppe und orchestralen Keyboards mischt. Zu der erhabenen Umgebung tragen auch die regelmäßigen engelsgleichen Chorgesänge und die mittelalterliche Instrumentierung bei.

Wer Cirith Ungol, Warlord, Trouble, Omen und Manowar mag, wird bei Thunder Rider sicher auf seine Kosten kommen.

John Blackwing, der zufällig so heißt wie der heutige Song, ist ein begabter Multiinstrumentalist, der den Gesang, die Lead- und Rhythmusgitarre und die Flöte, die wir dann auch zu hören bekommen, beherrscht. Unterstützt wurde er von einer Vielzahl von Gitarristen, Keyboardern, Bassisten und Schlagzeugern, die zu zahlreich sind, um sie alle aufzuzählen. Allerdings hat sich im Laufe der Zeit die folgende Besetzung herauskristallisiert:

Pat Hammer – Drums
Bruce Corian – Guitars
John Blackwing – Vocals, Guitars, Keyboards, Flute
Roberto Deus – Keyboards
Luc Dufresne – Bass

Gesanglich bringt Blackwing eine tiefe und saubere Präsenz in den mittleren Tonlagen mit, die vor Emotionen und gelegentlichen Elementen des Opernhaften strotzt.

“Blackwing”, ein eindringliches, mittelalterlich angehauchtes Stück. Die Band setzt Keyboards ein, um die Atmosphäre des Songs zu verstärken, aber nicht, um die Hauptmelodie zu tragen; Die Band mag seltsam klingen, dabei sind die Riffs gar nicht so seltsam, es ist nur die Struktur und die Art und Weise, wie sie mit den Keyboard- und Gesangslinien interagieren, die den ungewöhnlich klingen lassen. Zum einen ist der Gitarrensound ziemlich sanft und dünn, und die Riffs werden zugunsten eines Keyboard-Interludes oder einiger atmosphärischer Leads oder so ausgelassen.

Thunder Rider haben als ganzes einige Ähnlichkeiten mit der obskuren Band Stormbringer (IL), da sie durchweg entspannte, lockere Leads verwenden, die ein Gefühl der Ruhe vermitteln, das gut zu den meisten Riffs passt, die typisch dunkel und spacig sind. An einigen Stellen setzen sie sogar eine Orgel ein und erinnert dann ein wenig an Hawkwind, von denen die Band vielleicht einen gewissen Einfluss hatte, aber wie ich schon sagte, ist es so weit von allem entfernt, was ich je gehört habe, dass es schwer zu sagen ist.

“Blackwing” ist ein galoppierendes Weltraumepos mit großartiger Bassarbeit und einer fantastischen Akustikpassage, in der John Blackwing düsterepisch singt (sogar ein Flötensolo ist eingebaut); es ist ein ziemlich atmosphärischer Song, der für den eigentlich erzählerischen Ton gut herausarbeitet, düster und spacig. Blackwing hört sich zwar nasal aber leidenschaftlich an, hat einen kräftigen bariton, der aber nie dröhnend wird, sondern aus einer gewissen Ferne an Ohr dring. Alles in allem waren Thunder Rider eine seltsame Band und das hat ihnen wahrscheinlich auch den Erfolg gekostet. das und die beginnenden 90ern.

Technisch gesehen ist das hier epischer Heavy Metal bezeichnen, aber es klingt wirklich nicht wie irgendeine andere Band, egal ob epischer Heavy Metal oder nicht. Es passiert fast nie, aber hin und wieder kommt eine Band mit einem Sound daher, der sich so sehr von allem anderen da draußen unterscheidet, dass es schwierig ist, herauszufinden, woher ihr Einfluss stammt oder in welches Genre sie gehört.

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

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Host im Podcast "Work of Sirens"

Autor: Micky Winter

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