Epic-Sommer-Spezial (12) | #52

Guten Morgen, Freunde draußen an den Radiogeräten, zu unserer neuen Ausgabe und damit dem Song Nr. 12 auf unserem Epic Metal Mixtape, unserem Sommer-Spezial hier im Juli, das am ende 14 Songs umfassen wird. Wir müssen heute noch einmal nach Italien. Dort waren wir zwar nun schon ein paar Mal, aber noch nicht in der Lombardei. Also ist das heute unser Zielpunkt. Wir treffen dort auf eine Band, die eine ganz genaue Vorstellung von dem hat, was Heavy Metal einst war und wahrscheinlich nie wieder sein wird, und das sage ich, obwohl das Album, von dem unser heutiger Song stammt, erst 1999 den Nebel der Welt entdeckte. In der letzten Ausgabe waren wir ebenfalls in der Nähe der Jahrtausendwende zugange, die uns im Nachhinein betrachtet so unendlich viel gekostet hat, so dass man mittlerweile sogar den 90er Jahren weitaus versöhnlicher gegenübersteht.

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Doomsword, um die es uns heute geht, spielen aber einen Metal, der nichts mit modernem Powermetal zu tun hat, sogar eine Art Antithese davon ist.

Es wirklich eine Überraschung, wie diese Band es schafft, etwas zu schaffen, das klanglich nicht wirklich revolutionär ist, aber eben gerade deshalb ins Herz dessen trifft, was den Epic Metal ausmacht. Und dass sie das Wort Doom in ihrem Namen tragen, ist natürlich kein Zufall, auch wenn die Band zeigt, dass guter Doom nicht langsam gespielt werden muss, um Doom zu sein. Das scheint ja einer dieser modernen Irrtümer zu sein, weshalb manche beim Lauschen von Witchfinder general gar nicht begreifen, was daran Doom sein soll. Nun, liebe Freunde, es ist die Atmosphäre. Es heißt ja schließlich nicht Slowmotion-Metal im gegensatz zu Speed-Metal. Natürlich brechen Doomsword keine Geschwindigkeitsrekorde, das will ich damit nicht sagen, aber sie verschleppen ihr Tempo nicht künstlich, wie viele Doom-Bands das tun. Atmosphäre erschafft man durch einen schweren, lastenden, leidenschaftlichen und epischen Sound. Und das haben wir hier vor uns.

Auf ihrem selbstbetitelten Debüt von 1999 wagen sie sich sogar an ein Cover von Cirith Ungols Nadsokor, ohne freilich Tim Bakers abnormen Gesang hinzubekommen. Aber obwohl ich Coverversionen absolut und überhaupt nicht mag, ist diese hier allein schon deshalb interessant, weil Cirith Ungol im gegensatz zu Doomsword recht dünn wirkt, was alles so sein muss, das will ich gleich hinterherschicken, Cirith Ungol sind definitiv eine meiner Top-Ten Metalbands. Und das hat selbstverständlich seine Gründe.

Hier kommt die Band:

Garbriel Grilli an den Vocals. Der hat nur dieses Ding hier eingesungen und das auf eine wirklich beeindruckende Weise. Kurz war er auch bei Ballleroar, hat mit ihnen aber kein Album aufgenommen.

Deathmaster Guitars (1997-1999), Vocals (1997-present)
See also: Gjallarhorn, ex-Fiurach, ex-Warhammer, ex-Agarthi, ex-Fury n Grace, ex-Aesir

Dark Omen am Bass (heute spielt jemand namens Geilt da.

Und Alberto Coerezza an der Gitarre

Das Cover stammt von J.H. Fussli, der ja auch den Nachtmahr und viele beunruhigende Bilder gemalt hat.

Für die Gitarrenarbeit ist Deathmaster zuständig, der neben dem Gitarrenspiel auch als Backgroundsänger fungiert, später aber den vollen Gesangspart übernimmt und der Sänger ist, mit dem die Fans die Band identifizieren. Mit Garbriel Grilli hat man sich nicht so sehr anfreunden können.

Auf den späteren Doomsword-Alben hat die Band ihren endgültigen Sound gefunden, so dass man fast sagen kann, dass sie nie wieder so geklungen haben wie hier.

Der Song, der heute unser Mixtape schmücken wird nennt sich “One Eyed God”. Natürlich geht es dabei um Odin, aber ich muss sagen, dass der Text eigentlich nur eine Anhäufung von Gemeinplätzen ist. Natürlich erwarten wir hier keine hohe Literatur. Die erste Strophe wird abwechselnd von Grilli und Deathmaster vorgetragen. Das Auge, das Odin für seine Weisheit geopfert hatte, liest die Runen, auf denen das Verhängnis steht.

Dann gehen wir mal direkt in den Text:

Die Hingabe segelt stolz auf den Wassern des Blutes der Jungen und Alten.

Ich musste das etwas gerade rücken, weil der Satz, wie er hier gesungen wird, kaum einen Sinn ergibt, was vielleicht an mangelnden Englischkenntnissen liegt. Zumindest ist das ein bißchen unglücklich formuliert. Die nächste unstimmigkeit ist freilich, dass dann von Feinden die Rede ist, die den Hammer schmecken werden, was natürlich weniger mit Odin als mit Thor zu tun hat. Ud dann wird auch noch vom Hammer als Banner der Wikinger gesprochen.

Das ist alles wahrlich etwas unglücklich, tut aber der Stärke des Songs keinen Abbruch. Es ist nur schade, dass ich hier textlich nichts besseres vermelden kann.

Damit ist es übrigens noch nicht getan, es kommt auch noch das schiff Naglfar vor, das direkt in die Hölle segelt, was ja gar nicht die Aufgabe des Schiffes ist, sondern an Ragnarök die Feinde der Götter zu transportieren. Im Text steht dann, dass die, die nicht in der Schlacht starben, damit in die Hölle transportiert werden.
Zum Schluss wird auch noch Asgard und Walhalla verwechselt. Also, ich will hier nicht Korinthen kacken, aber der Text ist natürlich barer Unfug. Mir wäre da fast ein plakativer Schlachtentext, wie wir ihn ja auch schon hatten, lieber gewesen, aber sei es drum. Wie gesagt, ist der Song stark genug für unser Vorhaben.

Tatsächlich ist das ganze Album ein Ungetüm, das Doom, Heavy Metal und Folk miteinander vermischt und zwar so, dass man wirklich meint, einer Schlacht beizuwohnen. Und das ist schließlich die Hauptsache.

Das wars von mir. Schreibt in die Kommentare, wie euer Tag heute war, vor allem, was ihr für Wetter dort hat, wo ihr seit. Und mir bleibt nichts andere als zu sagen Keep on rockin’! Wir haben noch zwei weitere Songs vor uns, und wir hören uns demnächst

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Autor: Micky Winter

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Ein Gedanke zu „Epic-Sommer-Spezial (12) | #52“

  1. Ahh, da ist es nun endlich, mein Epicdoommetalalbum der 90er. Kaufte es einst anhand einer guten Rezi im ?… beim Costas in Vinyl, Gatefold. Hat seinen Platz bis heute gut bewahrt. Auf die Texte habe ich so nie geachtet. Hauptsache die Stimmung passte und Cirith Ungol wurden wieder belebt.

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