Epic-Sommer-Spezial (11) | #50

Guten Morgen, Freunde draußen an den Radiogeräten, zur Ausgabe Nr. 11 unseres Epic Metal Mixtapes, das wir über den ganzen Juli hinweg verteilen. Am Ende werden wir 14 Songs auf unserem virtuellen Tape haben und eigentlich wollte ich euch das ganze ja in einer Playlist anbieten, aber die einzige Möglichkeit hierfür wäre Spotify gewesen, für die ich beileibe keine Werbung machen möchte, aber das hat sich dann doch erledigt, weil Spotify das meiste gar nicht hat. Deshalb werde ich die Playlist über Youtube laufen lassen, damit ihr sie am Srtück habt.

Wir verlassen heute unseren Kurs des Obskuren, indem wir zu einem der besten traditionellen USPM-Alben aller Zeiten schwenken und somit natürlich auch zu einer der Top-Größen auf diesem Gebiet, die sich in den 90er Jahren gegen den Strom stellten und mit der Arbeit für all das begannen, was heute als NWOTHM seine Früchte trägt. Weder Hörer noch Bands werden wissen, wem sie das alles zu verdanken haben.

Lesen

Twisted Tower Dire. Zumindest zum Teil. Zu einem großen Teil. Die andere Band, die unermüdlich am Heavy Metal festhielt ist natürlich Riot, deren Werkschau ihr bei uns bereits findet. Aber heute solls episch sein und wir sind mal wieder in Amerika, in Virginia, um genau zu sein, um mit Twisted Tower Dire in Langboten auf die Insel der Hydra zu paddeln, dort wartet nämlich ein Drache auf uns, der uns unbedingt kennen lernen möchte und mit dem wir vielleicht noch etwas zu rupfen haben, was wohl eher kein Hühnchen sein wird.

Twisted Tower waren da, als sich kein Mensch für den traditionellen Heavy Metal interessierte. 1995 habern sie sich gegründet, 199 kam dann ihr Debüt The Curse of Twisted Tower raus und von da an waren sie erst mal ziemlich aktiv. Dass sie ihre Karriere aber am absoluten Nullpunkt des Genres begonnen haben, das zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Geschichte. Auf den beiden letzten hervorragenden Releases singt Johnny Aune, weil tragischerweise 2010 Tony Taylor verstorben ist, der unseren heutigen Song begleitet, der vom 2001er Album The Isle of Hydra stammt und dann auch genauso heißt. Man könnte jetzt einwenden, dass Twisted Tower mehr USPM sind als reiner Epic Metal, und das stimmt genauso wie es eben stimmt, dass der USPM neben seiner technischen und progressiven Seite und seiner speedlastigen Seite eben auch sehr stark das Epische bedient, das vielleicht etwas anders dargeboten wird als bei den Italienern und den Griechen, aber deshalb nicht weniger auf unser Mixtape gehört. Natürlich hätte ich gerade auch Omen, Cirith Ungol, Manilla Road, Manowar und viele andere Bands auswählen können, die fast schon obligatorisch dazu gehören, aber Twisted Tower werden unterm Strich viel zu wenig für ihre Leistung bedacht, was aber nicht heißt, dass das der einzige Grund ist, warum ich sie heute hier reinnehme. Sie sind einfach gut, und darüberhinaus konstant.

Die Band bestand 2001 aus folgenden Musikern:

Mike Engel Bass (nur dieses Album)
Marc Stauffer Drums
Scott Waldrop Guitars
Dave Boyd Guitars
Tony Taylor (R.I.P. 2010) Vocals

Die Hydra, um die es im Text geht, ist eigentlich kein wirklicher Drache, sondern ein Ungeheuer mit mehreren Köpfen, und der Name weißt ja bereits auf das Wasser hin, in dem sie lebt. In der ersten Strophe macht sich also eine Mannschaft auf, in Langbooten zur Insel der Hydra zu schippern. Zwar sind Langboote hauptsächlich durch die Wikinger bekannt geworden, aber es gab sie auch in der Antike, und da befinden wir uns der Sage nach wahrscheinlich auch. Die Insel Hydra gibt es übrigens tatsächlich, die liegt im saronischen Golf, gehört zu Griechenland und es gibt dort keine Autos. Ahhh. Wahrscheinlich hat die Wasserschlange, oder der Wasserdrache, wenn man so will, was dagegen, was ihn mir höchst sympathisch macht.

Es heißt also

Wir teilen die Wellen der dunklen, unbekannten Tiefen des Meeres
lenken unsere Langboote zum Land unserer Träume
wir folgen dem Ruf, den wir uns nicht entziehen können.
Und müssen uns dem Zorn des Drachens mit dem Namen Hydra stellen.

Die Schlacht rückt näher,
Ich bin sicher, er spürt meine Anwesenheit
Einer wird der Sieger sein,
und einer wird fallen

Draußen am Horizont liegt die Insel Hydra, grün auf einer blauen Decke
Mein Puls beschleunigt sich, denn ich weiß, welche Gefahr dort lauert.
Im Herzen des Feuerberges muss das Versteck des Drachen liegen.

Dann in der Spanne von nur zehn Herzschlägen donnern die Flügel des Drachen aus der Nacht heraus, der von seinem Beuteflug zurückkehrt. Der Geruch von Asche und Schwefel erstickt die Luft.
Wir verstecken uns in der Dunkelheit und warten auf die Stunde des Untergangs!

Das ist also ein klassischer Drachentöter-Text, den wir aus unzähligen Rollenspiel-Settings und Fantasy-Romanen kennen, und der Song galoppiert von Anfang an los und hat dieses Power-Riff, das sowohl das Heroische und das Heldenhafte in sich birgt. Ohne viel Federlesens singt auch Tony nach nur wenigen Sekunden los, da gibt es keine Feuerlichkeiten ud keine Einleitung, obwohl gesagt werden muss, dass es vorher das Intro “Battle Cry” gibt, sozusagen als Einstimmung auf das, was folgt, und da schmiegt sich dann nahtlos The Isle of Hydra an.
Im Chorus gibt es dann dieses Ahaha der Band, um den epischen Charakter noch einmal zu vertiefen. In der Mitte dann gibt es den Tempowechsel und bevor das eindringliche Solo folgt und Tony wechselt vom erwartungsvollen Gesang in den Moment kurz vor der Schlacht, wo sich die Dinge eben nicht überschlagen, sondern erhaben wirken. Die Zeilen sind folgende:

Es gibt eine Ruhe kurz vor dem Sturm
Einen Ort, der meine Seele grüßt
Ich bin gesegnet durch das Licht
Ich bin bereit für den Kampf
Und ich werde nicht verlieren!

Es gibt gerade im Zusammenspiel zwischen den beiden Gitarristen viele kleine Höhepunkte in diesem 6 Minutenstück, bevor dann die Reprise der ersten Strophe uns noch einmal daran erinnert, wo wir gestartet sind.

Ein wirklich starkes Stück. Das wars von mir für heute. Schreibt mir auf workofsirns.de wie ihr euren Tag heute verbringt oder verbracht habt und wie das Wetter bei euch ist. Wie ihr ja mittlerweile gesehen hat, schreibe ich bereits immer dazu, wie das Wetter in einer der epischsten Städte Deutschlands so ist. Hier hats ja mal vor Römern nur so gewimmelt. Bei euch vielleicht auch, auch das könnt ihr mich wissen lassen.

Mir bleibt nichts anders zu sagen als keep on rockin, wir hören uns demnächst.

[collapse]
Website | + posts

Host im Podcast "Work of Sirens"

Autor: Micky Winter

Host im Podcast "Work of Sirens"

Ein Gedanke zu „Epic-Sommer-Spezial (11) | #50“

  1. Die 90er und ihre aufkommenden Heavy Metal Bands wie October 31 oder Deceased (King Fowley) brachten den Metal auf urigste Weise wieder zurück in mein Gedächtnis. “Day of the Saxons” von WITCHKILLER landete auf dem Debut von October 31 “Fire Awaits You”. Hier ist schon die erste Verknüpfung zu TWISTED TOWER DIRE mit Jim Hunter (Bass).
    In Deutschland versuchten sich dann SACRED STEEL am Sound ihrer Helden.
    TTD waren dann ein weiters Topping für das geneigte Metalherz welches vom europäischen Powermetal eher schon auch mal genervt war.
    Das Nietenarmband wurde wieder herausgeholt und Heavy Metal loderte endlich wieder…. ….True Metal Debatten folgten…. ….Daher herzlichen Dank für diese fantastische schwermetallische Erinnerungskultur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Um einen Kommentar zu verfassen, müsst ihr die Datenschutz-Bedingungen akzeptieren.