Epic-Sommer-Spezial (1) | #36

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Den Auftakt machen wir heute mit Axehammer und dem Song “Lord of the Realm” von der gleichnamigen EP, die eigentlich ein Album hätte werden sollen, wenn nicht die Plattenfirma mitten in den Aufnahmen das Interesse an der Band verloren hätte, so dass sie auf einem halb fertigen Album sitzen blieb. Das war im Jahre 1987 und Axehammer lösten sich danach enttäuscht auf. Zehn Jahre später erschien die EP als Compilation dann aber doch auf Sentinel Steel Records, was zur Folge hatte, dass sich die Band neu zusammenschloss und 2005 dann ein ebenso gutes Debüt namens Windrider hinlegte, 2012 war dann nach dem zweiten Album “Marching on” auch schon wieder Schluss.

Passend zu unserem Thema im Juli spielen Axehammer natürlich US-Power-Metal, oder – wenn einem das besser gefällt – Epic Metal, denn Power Metal ist heutzutage kein Genre, unter dem man sich etwas Einheitliches vorstellen kann, ganz im Gegenteil wird da oft all das zusammengefasst, was in den 80er Jahren irgendwie nach Heavy Metal klang und aus Amerika kam. Tatsächlich aber sprechen wir hier von wilden Gitarrenriffs, vielen Tempowechseln und von Dungeaons & Dragons inspirierten Texten, wie sie kennzeichnend für Omen oder Attacker waren.

Die beiden herausragenden Aspekte von Axehammer sind das wahnsinnige Riffing und die dominante Stimme von Bill Ramp, der etwas tiefer klingt als viele seiner Kollegen aus dem Genre, aber gerade die Gitarrenarbeit ist eine der wichtigsten Aspekte des US-Power-Metal – und Axehammer waren da eine jener Bands, die zu den Besten gehörten. Jede Menge Obertöne, Einzelnotenläufe, atonale Melodien, usw. Und wenn wir uns den Song anhören, dann sehen wir, das die Band wirklich alles hätte werden können, aber manchen ist das Glück eben nicht holt, trotz harter Arbeit und trotz Können. Aber wenn der Support von der Plattenfirma versagt bleibt oder das Management nicht taugt oder andere Unbilden über einen hereinbrechen, dann wird’s nichts, egal wie gut du als band bist.

Die Band bestand aus Joe Aghassi an den Drums,  Jerome Vincent Watt an der Gitarre, Kit Carlson am Bass und Bill Ramp an den Vocals. Und bis auf Joe Aghassi, der noch bei New Eden gespielt hat, ist kein anderer Musiker mehr groß in Erscheinung getreten.

Mann, was für ein Album hätte das werden können, da fragt man sich wirklich “Was wäre wenn?”. Abschließend kann man sagen, dass dies einfach eines der besten Stücke des klassischen US Heavy Metal ist, das es gibt, und jeder Fan von Heavy Metal der alten Schule muss sich selbst einen Gefallen tun und diese Compilation aufspüren. das ist nicht ganz leicht, wie gesagt. Die ist schon lange out of print, und ob man sie irgendwann wieder re-released, das kann ich euch an dieser Stelle gar nicht sagen. Und es werden auch für die CD ordentliche Preise aufgerufen. Könnt ihr euch ja denken.

Lord Of The Realm ist eine Platte, die nach Zauberei und moosbewachsenen Wäldern riecht. Diejenigen, die das Glück haben, das Album zu erwerben, werden auch mit ein paar Demotracks gesegnet, darunter das rasselnde “Sword And Shield” und das ebenso gewaltige “Wings Of Fire”.

Natürlich sind Axehammer nicht jedermanns Sache, und manch einer mag diese Platte ein wenig altmodisch finden, aber für diejenigen, die in den schäbigen Kerkern vergangener Zeiten gelebt und geatmet haben, sind Axehammer und ihre Art von Fantasy-Battles ein zwingendes Erlebnis.

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Unser Intro wurde von transistor.fm erstellt.

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Host im Podcast "Work of Sirens"

Autor: Micky Winter

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